Neurowissenschaftliche Zusammenhänge zur Verhaltungsänderung

(BETA-VERSION: BEITRAG IST NOCH IN BEARBEITUNG)


Im folgenden findet eine deutliche Vereinfachung der Zusammenhänge, um die grundlegenden Prinzipien der neurowissenschaftlichen Zusammenhänge der Gehirnentwicklung zu verstehen.


Die Abbildung zeigt das kognitive System in rot, das somatische System in blau und sensorische System in gelb.


Das Kognitive System mit unserem denkenden Verstand


Kurz zusammengefasst: Unser kognitives System befindet sich im Neokortex des Großhirns. Hier ist unser Verstand, unser Denken, unser Ego verortet. Ebenso das rationale, analytische, systematische Denken, unsere mathematischen und sprachlichen Fähigkeiten, aber auch unsere Vorstellungen von abstrakten Begriffen wie Zeit oder Moral verdanken wir dieser Struktur.


Die Abbildung zeigt das Großhirn mit dem Neokortex in der Aufteilung nach der Theorie von Left & Right Brain


Im Neokortex befindet sich unserer Wille, die Fähigkeit zur Impulskontrolle, wenn Emotionen weggedrückt bzw. kontrolliert werden sollen.


Das Somatische System mit unseren Herzenswünschen


Das Somatisches System (Wollen) umfasst unser Mittelhirn. Hier lassen sich unsere Emotionen wie Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung verorten. Emotionen bewegen uns zum Handeln (von lat. Emovorere = "herausbewegen")



Die Abbildung zeigt die Basisemotionen nach Paul Ekman


Eine wichtige Rolle bei der Entstehung von positiven und negativen Emotionen spielt das Mittelhirn.

Ihm verdanken wir zum Beispiel die emotionale Färbung von Erinnerungen – etwa wenn der Duft von Weihnachtsgebäck dafür sorgt, dass in uns Bilder aus der Kindheit und ein Gefühl von Geborgenheit aufsteigen. Ich persönlich muss bei Filterkaffee immer an meine Oma denken :-)

Genauso ist dieser Teil involviert, wenn es um den tiefen Wunsch nach Verbundenheit im Team geht!


Die Alarmglocke unseres limbischen Systems ist der sogenannte "Mandelkern" (Amygdala). Gleich dazu mehr!


Ein weiterer Teil des Somatischen Systems ist das Stammhirn.

Es steuert die basalen Funktionen unseres Körpers und reguliert alle unbewussten Prozesse. Bspw. die Vitalfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Blutdruck. Aber auch unser Bedürfnis nach Schlaf, Nahrung und Sexualität.


Es ist besonders wichtig zu verstehen, dass dieser sehr alte Teil des Gehirns effektiv automatisiert auf unser Überleben ausgerichtet ist.

Wie ein Radar scannt das Stammhirn unentwegt unsere Umwelt und reagiert sehr sensibel auf Reize, die zum Beispiel unser Grundbedürfnis nach Sicherheit gefährden könnten.

Wenn nötig, sorgt das Kleinhirn, im Zusammenspiel mit dem limbischen System, dafür, dass unser Körper unmittelbar und ganz automatisch reagiert, also dass etwa die Amygdala Alarm schlägt und wir sofort loslaufen!



Die Abbildung zeigt das Zusammenspiel mit dem limbischen System, welche bewirkt, dass unser Körper unmittelbar und ganz automatisch reagiert, also dass etwa die Amygdala Alarm schlägt und wir sofort loslaufen!


Dabei ist unser Stammhirn mit dem Rückenmark über die das periphere Nervensystem hochgradig vernetzt.


Das periphere Nervensystem sendet Informationen nicht nur vom Gehirn in den Körper sondern auch von diesem zurück zum Gehirn!

Herzhirn! Herzintelligenz?


Mit einem autonomen, neuronalen System bestehend aus etwa 40000 Nervenzellen hat unser Herz ein „eigenes Gehirn“, dass unabhängig vom „Kopf-Gehirn“ Entscheidungen trifft! (Quelle: HeartMath Institute und Herzzentrum Lübeck)


Ist unser Bauchgefühl eher ein Darmgefühl?

Darm ein hochkomplexes „Gehirn“ sitzt: Das enterische Nervensystem, das aus einem Netzwerk von 400 bis 600 Millionen Nervenzellen besteht (das sind ähnlich viele Neuronen wie im Rückenmark) hat Einfluss auf unser Gefühlsleben!

Ein Zusammenhang, für den sich die Wissenschaft derzeit besonders interessiert, ist jener zwischen dem Mikrobiom (d.h. der Darmflora) und unserer Psyche. Immer mehr Studien weisen darauf hin, dass die Bakterien in unserem Darm einen Einfluss auf unser Gefühlsleben und Verhalten haben könnten.


In unserem Somatischen System steckt als unser tiefes Wollen unser Herzenswunsch, unser Lebenssinn vergraben.

Dem dann mit viel kognitiver Kontrolle verbissen hinterherzulaufen und sich eisern zu disziplinieren, verwechseln viele Menschen mit Willenskraft. WOLLEN hier meint die tieferen, lebendigen, sinnvollen Impulse unseres Systems.


Was würdest Du vermuten: Wer hat in Partnerbeziehung die Hosen an, kognitive System oder das somatische System?


Das kognitive System oder ?

Und damit liegt er nach aktuellem neurowissenschaftlichen Forschungsstand grundfalsch:

Tatsächlich fallen alle wesentlichen Entscheidungen unseres Daseins im somatischen System. Millisekunden später wird dann das kognitive System darüber informiert.

Und sobald es informiert ist, erfüllt es auch gleich zwei Funktionen:

  1. Das kognitive System findet gute, rationale Gründe, warum wir uns jetzt gerade so entschieden haben.

  2. Das kognitive System entwickelt einen Maßnahmenplan, um möglichst alles in die Wege zu leiten, was jetzt erforderlich ist, um die Entscheidung in die Tat umzusetzen.


Fakt ist: Es gibt keine „rein“ rationalen Entscheidungen ohne die Beteiligung emotionaler und instinktiver Systeme.

Wenn die Zusammenarbeit allerdings so einfach wäre, hätten wir vermutlich eine Menge Probleme weniger. Die beginnen zum Beispiel damit, dass das kognitive System gegen Entscheidungen aus dem somatischen so etwas wie ein temporäres Veto einlegen kann.

 

Ein Veto gegen unsere somatischen Impulse einzulegen ist oft definitiv die bessere Idee, als Ihnen blind nachzugeben. Der Nachteil ist jedoch, dass so ein Veto erstens ziemlich viel psychische Energie und Anstrengung erfordert. Außerdem sitzt das somatische System langfristig immer am längeren Hebel.


Die Zusammenarbeit wird auch dadurch kompliziert, dass unser kognitives System mit dem EGO-Verstand zwar de facto nur eine Rolle mit Vetorecht ist, tatsächlich aber vom völligen Gegenteil überzeugt ist: Wenn hier einer das Sagen hat, dann doch wohl es selbst.


Kooperation braucht eine gemeinsame Sprache


Die beiden wichtigen Partner, die in jedem von uns aktiv sind, sind oft verschiedener Meinung

Die Verständigung zwischen den beiden Systemen stellt uns schon vor eine erste Herausforderung.


Die Selbstüberschätzung unseres kognitiven Systems mit dem Ego-Verstand liegt ja nicht zuletzt daran, dass es sprachbegabt ist, im Unterschied zu seinem sehr viel älteren somatischen Partner!


Wie kann sich unser somatisches System mitteilen?


Damit die beiden Partner sich eine gemeinsame Verständnis schaffen, braucht es ein drittes System zur Übersetzung: das sensorische System der Sinnes-, Körper- und Emotionswahrnehmungen.


Das sensorische System


Unser Cortisolspiegel steigt, ebenso unser Blutzuckerspiegel, unser Muskeltonus und unsere Herzfrequenz. Au